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FIP (Feline Infektiöse Peritonitis) ist eine noch immer unheilbare Virusinfektion (Feline Coronavirus). Man sagt, dass ca. 80-90% aller Katzen in Mehrkatzenhaushalten (Tierheimen, Zuchten...) coronaviruspositiv sind, d.h. sie haben einen im Blut nachweisbaren Coronaviren-Titer und damit schon Kontakt zum Virus gehabt.
ACHTUNG: Coronaviruspositiv heißt aber nicht, dass das Tier an FIP erkrank ist oder je erkranken wird. An FIP erkranken nur 5% der coronaviruspositiven Katzen. Die übrigen 95% können ein ganz normales Leben führen. Ist jedoch die Krankheit FIP einmal ausgebrochen, so ist sie zu 100% tödlich.
Die Ansteckung mit den felinen Coronavirus findet meist schon vom Muttertier zum Kitten über Se- und Exkrete statt (z.B. über die Katzentoilette) und bleibt oft unbemerkt. Manchmal entwickelt das infizierte Kitten leichte Symptome, wie z.B. Durchfall, der aber nicht weiter auffällt. Der Coronavirus kann nun längerfristig in den Darmzellen verbleiben, ohne weiteren Schaden anzurichten. Die infizierte Katze erkrankt in diesem Fall nicht an FIP, sie trägt aber den Virus in sich, scheidet ihn aus und kann so unbemerkt andere Tiere anstecken. Besonders in großen Populationen stecken sich die Tiere immer wieder gegenseitig neu an, so dass sich die Virusmenge in jedem einzelnen Tier dieser Gruppe erhöht.
Das mit dem Coronavirus infizierte Tier erkrankt dann an FIP, wenn es zu Fehlkopien des Virus (Mutationen) kommt, die sich auch in den Fresszellen (Makrophagen = Funktionszellen des Immunsystems) ansiedeln und so Zugang zu nahezu allen Körperzellen bekommen. Mutiert der Coronavirus, so bricht die Krankheit FIP aus. Je höher die Virusmenge im Tier, desto größer das Risiko einer Mutation und damit einer FIP-Erkrankung. Auslöser der Mutation können schließlich Stress oder ein geschwächtes Immunsystem durch z.B. andere Erkrankungen oder Impfungen sein. Es erkranken jedoch nur ca. 5% aller coronaviruspositiven Katzen an FIP. Vorrangig betroffen sind Jungtiere von 3 Monaten bis zu 3 Jahren, wobei die infizierten Tiere meist innerhalb von 6-18 Monaten nach der Infektion erkranken.
Bei der FIP unterscheidet man zwischen der “nassen” Form, hauptsächlich mit eiweißreiche Ergüssen (fibrinöse Peritonitis) im Brust- oder Bauchraum, und der “trockenen” Form, hauptsächlich mit Organ-/Gewebsveränderungen einhergehend. Da Organentzündungen auch andere Ursachen als FIP haben können, ist eine Diagnose oft schwierig. Sind, wie bei der feuchten Form, typische Ergüsse festzustellen, so kann über ein Punktat eine Flüssigkeitsanalyse Aufschluss geben. Weitere typische Begleiterscheinungen einer Infektionskrankheit (auch bei FIV, FeLV oder Katzenseuche) sind Fressunlust und Gewichtsabnahme, Lethargie und antibiotikaresistentes Fieber.
Über das Blutbild lässt sich ein Coronaviren-Titer bestimmen, der misst wieviele Antikörper ein Tier gegen den Virus gebildet hat. Ein hoher Antikörperwert bzw. ein Titer von z.B. 1:800 weist eindeutig auf einen Kontakt mit dem Virus hin, heißt aber nicht, dass das Tier erkrankt sein muss. Bei diesem Test kann nämlich nicht zwischen der normalen und der mutierten Coronavirusvariante unterschieden werden. Es wurden schon Katzen mit hohen Titerwerten eingeschläfert, bei denen die Obduktion ergab, dass die Katze gar nicht an FIP erkrankt war. Der Test ist zudem nicht immer eindeutig. Aufgrund von Stress können die Werte schwanken oder gar gegensätzlich ausfallen (erster Test positiv, zweiter negativ...). Regelmäßige Tests geben daher besseren Aufschluss, sind aber dennoch nicht 100%ig verlässlich.
Der mutierte Coronavirus ist nicht ansteckend, d.h. dass auch ein an FIP erkranktes Tier für andere Tiere nicht gefährlicher ist als ein coronaviruspositives, aber nicht an FIP erkranktes Tier. Übertragen wird nur die nicht-mutierte Variante.
Die FIP-Impfung besteht bei der Grundimmunisierung aus zwei Impfungen: die erste mit 16 Wochen, die zweite mit 20 Wochen; danach jährlich. Hat aber die Katze schon einmal Kontakt zu Coronaviren gehabt, sollte nicht mehr geimpft werden, da das Erkrankungsrisiko sonst sogar steigt. Auch auf keinen Fall sollten Katzen geimpft werden, wenn im selben Haushalt kurz vorher ein Tier an FIP erkrankt ist oder in dem Haushalt noch andere bereits infizierte Katzen leben. Eine Studie hat gezeigt, dass gegen FIP geimpfte Katzen, die einem hohen Infektionsdruck ausgesetzt wurden, eher an FIP erkrankten, als Katzen, die keinen Impfschutz hatten. Daher sollte vor der Impfung IMMER ein Coronaviren-Titer bestimmt werden. Wie oben bereits beschrieben ist die Titerbestimmung auch hierfür nicht wirklich sicher. Zwei Beispiele: 1. Ein Tier hatte in der Vergangenheit bereits Kontakt zum Virus, konnte diesen aber erfolgreich eliminieren. Das Testergebnis ist negativ; ein ehemaliger Kontakt kann nicht erkannt werden. Impfen sollte man aber nicht. 2. Es kann sein, dass aufgrund von viel Antigen im Blut alle Antikörper gebunden sind, so dass beim Test keine freien Antikörper festgestellt werden können und das Ergebnis “Null-Titer” lautet (falsches Negativ-Resultat). Gerade an FIP erkrankte Katzen haben zum Ende des Krankheitsverlaufes kaum noch nachweisbare Antikörper im Blut (Null-Titer).
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